das leichte und das schwere

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"die liebe beginnt in dem moment, da sich etwas herausragendes in unser poetisches gedächtnis einprägt." schreibt milan kundera in "die unerträgliche leichtigkeit des seins".
so gesehen ist es durchaus möglich, dass wir uns tagtäglich in etwas neues verlieben. heute morgen beispielsweise. einem schwerer schlaf folgte ein schweres wohlbefinden. schwierig ist es die geister der schweren träume zu verscheuchen, es sei denn, unser poetisches gedächtnis streckt augenblicklich ab dem ersten moment des erwachens, seine fühler aus. das schwere wird transformiert. so hüllte ich meinen körper, von schweren träumen gepeinigt, in den weichen bademantel, ertränkte die schwere stimme mit kaffee und orangensaft und erfüllte den schweren kopf mit meiner lieblings-kolumne von harald martenstein. das leichte tritt augenblicklich ein, indem wir unserem poetischen gedächtnis erlauben, unsere wahrnehmung zu beeinflussen. nach zweistündigem frühstücken und der leichten zigarette auf dem balkon, legte ich mich erneut in die kissen, die mich in den schweren schlaf geleitet hatten, und realisierte, dass das schwere des bettes bereits verwandelt worden war. und ich liebte. in diesem sinne wird der bevorstehende sommer und somit meine impressionen, die ich in dieser virtuellen kolumne niederschreiben werde, mal leichter, mal schwerer sein. doch das ist alles eine frage meines poetischen gedächtnisses.
einen liebreizenden muttertag wünsche ich euch.

s.