von der verdrehten welt


mc flurry ist das verrückte eis von mc donalds. auf dem becher steht, dass jeder bei diesem durchgedrehten eis dahinschmilzt. ist dem so?
früher schmolzen wir bei höflichkeit, sitte und anstand dahin. heute werden wir weich bei ausgefallenen ideen, queerem lebensverständnis und frischem offenen sinn für das verdrehte, das auf dem kopf stehende.
so unterschiedlich sich manche kulturen in ihren sitten verhalten, so anders ist auch unser verständnis vom erwachen des frühlings in dieser zeit. der frühling traf unsereinen in den letzten tagen mit dem hammer auf den kopf. eine fließende überleitung, ein sanftes beben, so etwas kam diesmal nicht vor. von einem tag auf den anderen war es dann soweit. das kam ohne vorwarnung. die überraschung war uns allen ins gesicht und auf unseren körper geschrieben. der eine oder andere verspürte das bedürfnis, seinen wintermantel mit seinem lieblings sommer-shirt zu kombinieren, andere liefen in kurzem hosen herum und auch die sonnenbrille war häufig anzutreffen. verdrehte welt.
beim frühlingswetter schmelzen wir dahin, in der verrücktheit unserer verdrehten erscheinung. das ist das wunderbare an den ersten warmen tagen: das chaos und die dadurch resultierende neuordnung. alle karten werden neu gemischt. neues spiel, neues glück. der einsatz? der sommer, dem wir bereits tief in uns im frühling entgegenjubeln.
dahingehend lasst uns hineinschmeißen ins durcheinander, in den topf, der alles bunt zusammenwürfelt. manchmal entsteht dadurch ein mc flurry, machmal aber auch ein wundervoller flirt, eine muse, ein süßes aufatmen.

s.

vom röntgenausbruch


wie ich den heutigen nachrichten entnehmen durfte, wird uns in den nächsten stunden ein starker magnetsturm erreichen. dieses wort verbindet für mich zwei wörter zu einem konstrukt, welches sich ganz  und gar nicht in meinem kopf verbildlichen lässt. 
ein magnetsturm ist die unumgängliche konsequenz der sonne auf ihren röntgenausbruch, eine art großer wutanfall, in dem unsere gute sonne eine große menge sonnenplasma ausgeworfen hat - ein weiteres verstörendes bild - das nun uns alle, die wir auf der erde in den genuss von sonne kommen, betreffen wird.
solltet ihr also in den nächsten stunden über schwindel, übelkeit, kreislaufbeschwerden oder akute bewusstseinsveränderungen klagen, so kennt ihr möglicherweise die ursache.
ein interessanter gedanke das, obgleich man an diesem ereignis nicht beteiligt war, man dennoch als passiver teil automatisch die folgen auch mittragen muss.
doch wenn wir tatsächlich dafür mit einer magnetisch bedingten bewusstseinsveränderung bezahlen müssen, dass die sonne ihrer schlechten laune nun ausdruck verleiht, ist die interessantere frage, ob sich die magnetischen komponenten in uns nicht auch verändern. wechselt die sonne am ende gar unsere pole aus? und wenn ja, welcher pol von uns begegnet welchem? plus oder minus?
wenn wir die sonne unseres privaten sonnensystems sind, so würde sich unser leben voll und ganz nur um uns drehen, und wir wären immer in gemeinsamer bewegung mit den planeten die sich schnell in konzentrischen kreisen um uns bewegen. unsere planetarischen mitmenschen und vor allem die liebe partnerin erde müssten stets aufs neue unsere röntgenausbrüche ertragen und sich einer gewaltigen ladung sonnenplasma aussetzen. astronomischer fakt ist, das wenn zwei himmelskörper aufeinandertreffen, immer schäden kollateraler natur entstehen. sollten wir angst vor der gefährlichen röntgenstrahlung haben, oder absorbiert sie am ende die atmosphäre?
in unserem fall, wenn wir uns selbst als sonne bereifen und aufeinander zukommen, so begreifen wir einander als eigene sonne und drehen uns jeder auf seiner bahn um uns herum, um ein wort, das sich eventuell irgendwann "beziehung" nennt. kreist man jedoch nur ständig um den anderen herum und bleibt auf seiner bahn, so wird man nie hinter das geheimnis kommen, sich zusammen auf einer bahn zu bewegen.
was passieren würde, wenn sich tatsächlich zwei sonnen begegnen würden? darüber lässt sich nur spekulieren. ich denke ihre plus- und minuspole würden ineinander aufgehen, es würde zu einer verschmelzung kommen, was einer riesigen leuchtenden katastrophe gleichen würde, an der letztendlich auch die umstehenden teilhaben. dies wäre im grunde gleichzusetzen mit der gesamtanzahl der gespräche, die unsereins mit freunden über deren beziehungen hält. da hilft dann auch leider keine sonnencréme.

s.